Konditionen in Fremdwährung

Eine Vereinbarung sieht einen Bonus von 3 Prozent auf das Bezugsvolumen vor. Bezogen wird in Dollar, gebucht wird in Euro, abgerechnet wird nach Periodenende.

Zwischen der ersten Lieferung im Januar und der Abrechnung im März des Folgejahres liegen bis zu fünfzehn Monate Kursbewegung. Welcher Kurs am Ende gilt, steht in vielen Verträgen nicht.

Drei Stellen, an denen ein Kurs angesetzt wird

Bei der Bewertung des Bezugsvolumens. Für die vertragliche Bonusbasis ist festzulegen, ob Fremdwährungsrechnungen mit dem Kurs des Liefer-, des Rechnungs- oder eines definierten Periodendatums umgerechnet werden. Die Summe dieser Einzelumrechnungen ergibt die Bemessungsgrundlage in Euro. Gemeint ist damit die Vertragsregel und nicht die handelsrechtliche Zugangsbewertung.

Bei der Berechnung des Bonus. Rechnet der Lieferant in Fremdwährung und rechnet erst das Ergebnis um, kann ein anderer Betrag entstehen als bei der Berechnung auf der bereits umgerechneten Grundlage. Bei identischem Kurs und einem linearen Satz führen beide Reihenfolgen allerdings zum selben Wert. Auseinander laufen sie erst, wenn verschiedene Kurse oder Stichtage im Spiel sind, wenn Schwelle und Bemessungsgrundlage unterschiedlich umgerechnet werden oder wenn auf jeder Stufe gerundet wird.

Bei der Zahlung. Zwischen Abrechnung und Gutschrift vergehen Wochen, in denen sich der Kurs erneut bewegt.

Drei Ansatzpunkte, an denen ohne Festlegung jede Seite den für sie günstigeren Kurs wählen kann.

Die Schwelle in Euro ist eine Wette auf den Kurs

Am teuersten wird es, wenn die Staffelschwelle in Euro steht und der Bezug in Fremdwährung läuft. Dann entscheidet ein reiner Umrechnungseffekt über die Stufe.

Ein Beispiel, notiert als Euro je Dollar: Bei konstantem Bezug von 2,2 Millionen Dollar und einem Kurs von 0,95 sind das 2,09 Millionen Euro, und eine Schwelle von 2 Millionen Euro wird erreicht. Fällt der Kurs auf 0,85, sind es nur noch 1,87 Millionen Euro, und dieselbe Abnahme verfehlt die Schwelle.

Ein schwächerer Dollar senkt bei gleichem Einkauf den Eurogegenwert und macht eine Euroschwelle schwerer erreichbar. Eine Schwelle in der Bezugswährung nimmt diesen Effekt aus der Gleichung, und das ist der wirksamste einzelne Eingriff in dieser Konstellation.

Der Vertragskurs ist nicht die Bilanzbewertung

Welcher Kurs für die Bonusrechnung gilt, ist Vertragssache. Wie Fremdwährungsposten zum Abschlussstichtag zu bewerten sind, folgt eigenen Regeln.

Ein vereinbarter Durchschnitts- oder Festkurs beantwortet deshalb nur die erste Frage. Er macht die Abrechnung nachvollziehbar und ersetzt die Stichtagsbewertung nicht.

Wer beides gleichsetzt, bekommt eine Abrechnung, die stimmt, und eine Bewertung, die jemand anders korrigieren muss.

Was in die Vereinbarung gehört

Die Währung der Bemessungsgrundlage. Die Währung der Schwellen. Der Kurs für die Umrechnung, benannt mit Quelle, Notierungsrichtung und Stichtag oder als Durchschnitt der Periode. Die Reihenfolge, in der umgerechnet und gerechnet wird. Und die Währung der Auszahlung.

Die Notierungsrichtung wird gern weggelassen und ist der häufigste Grund für Missverständnisse, weil dieselbe Zahl je nach Leseweise zwei verschiedene Kurse meint.

Ein fest vereinbarter Kurs macht die Abrechnung planbar. Das Kursrisiko verschwindet damit nicht, es wandert auf eine der beiden Seiten.

Was vom Bonus übrig bleibt

Für die Gesamtwirtschaftlichkeit einer Lieferantenbeziehung gehören Konditionswirkung und zugehöriger Währungseffekt gemeinsam betrachtet. Im Controlling bleiben beide Größen trotzdem getrennt ausgewiesen, damit Verhandlungsergebnis und Treasury-Effekt erkennbar bleiben.

Diese Zusammenschau findet selten statt, weil Kursergebnisse im Finanzbereich geführt werden und Konditionen im Einkauf. Beide Zahlen nebeneinander zu legen, verändert die Einschätzung einzelner Lieferanten deutlich.

Dazu gehören die Zahlungszeitpunkte, und zwar getrennt nach Richtung. Ein kürzeres Zahlungsziel der Lieferantenrechnung verkürzt die Verbindlichkeit und damit die offene Währungsposition, führt aber zu einem früheren Mittelabfluss. Eine frühere Bonusauszahlung verkürzt die Bonusforderung und bringt einen früheren Mittelzufluss. Was beides wert ist, hängt davon ab, ob Sicherungsgeschäfte oder eigene Umsätze in derselben Währung die Position ohnehin schließen.

Ein Einstieg

Nehmen Sie einen Lieferanten mit Bezug in Fremdwährung und rechnen Sie den Bonus der letzten Periode mit drei Kursen nach: dem Durchschnittskurs der Periode, dem Kurs zum Periodenende und dem Kurs zum Zahlungszeitpunkt.

Legt die Vereinbarung den Kurs eindeutig fest, zeigt die Spanne zwischen den Ergebnissen nur, wie stark andere Annahmen wirken würden. Schweigt sie, ist dieselbe Spanne der Betrag, über den Ihr Vertrag heute nichts sagt, und genau der gehört verhandelt.

Prüfen Sie daneben, in welcher Währung die Schwellen stehen und mit welchem Kurs sie umgerechnet werden. Geschieht das konsistent mit der Bemessungsgrundlage, verschiebt eine Staffel für sich genommen nichts.

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February 12, 2026
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